HABEN WOLLEN
(1999)



Putzlumpen auf grünem Tisch (1994)
C-Print, 87 x 60 cm

  Für den Fotografen Lukas Einsele geht die Arbeit mit der Kamera weit über das Produzieren von Bildern hinaus. Seine Fotografie ist Teil einer Handlungskette, das Mittel einer performativen Strategie, die sich zusätzlich Sprache, Text und Dokumentation bedient. Sein Interesse gilt dem Zusammenhang von Imagination, Erinnerung und der scheinbaren Objektivität es fotografischen Bildes.

Lukas Einsele inszeniert seine Arbeit je nach Kontext und Ausstellungssituation unterschiedlich. Die Fotografien können autonom betrachtet werden oder als Teil einer Installation oder sie sind Anlass für Aktionen, in die der Betrachter mitgestaltend einbezogen ist. Kommunikation bildet einen konstitutiven Bestandteil der künstlerischen Arbeit. Wie in der Konzept-Kunst der 60er Jahre, betrachtet Einsele die Fotografie als ein Zeichen für die Auseinandersetzung mit der Umwelt. In dieser Umwelt gestaltend tätig zu werden ist für ihn keine künstlerische Soloarbeit, sondern ein performativer Akt für zwei Personen, der politische Bedeutung hat. Die Recherchen, die er anstellt, umfassen bislang drei Werkgruppen: die Portraits und Objektfotografien der 90er Jahre (DIE WELT IST SCHÖN.), sowie seit 2001 ONE STEP BEYOND – ein künstlerisches Projekt über Landminen und Minenopfer.

Der Blick des Künstlers richtet sich auf Menschen und auf Dinge des Alltags. Zunächst nebensächlich wirkende Ereignisse speisen ein unendliches Reservoir privater Imaginationen, Erinnerungen und Gefühle. Dieser Vorrat innerer Bilder wird von Einsele fokussiert, wenn er Menschen dazu auffordert, eine seiner Fotografien aus dem Gedächtnis zu beschreiben (HABEN WOLLEN, 1999) oder sich an kurz vor einem Unfall wahrgenommene Eindrücke zu erinnern (ONE STEP BEYOND; 2001 - 2004).

Einsele möchte mit seiner Arbeit berühren, ohne Gefühle aufzudrängen. Die Fotografien zeichnen sich nicht durch Action aus, sondern durch Stille und Konzentration. Charakteristisch ist die Verdichtung der Atmosphäre zu intensiven Momentaufnahmen. Die dokumentarische Ästhetik der Fotografien stellt Distanz her, gleichzeitig hält sich die Bildsprache einen Zugang zur Emotionalität des Betrachters offen. Die Texte, die die Fotografien begleiten, halten diese Balance zwischen Empathie und sachlicher Mitteilung. Die Arbeit von Lukas Einsele eröffnet der Fotografie einen Raum zwischen Dokumentation und Erzählung.



 


Wischlappen und Spülmittelflasche (1995)
C-Print, 105 x 75 cm





STUTTGARTPROJEKT, 1998,
Akademie Schloß Solitude
 
  * 1963 in Essen, Germany
lives and works in Darmstadt

 
1991

1985-91
1982-85
1991 COLLEGE FOR ART & COMMUNICATION DARMSTADT, Diploma Degree Photography and Communicationdesign
1985 – 91 COLLEGE FOR ART & COMMUNICATION DARMSTADT, Photography
1982 – 85 UNIVERSITY OF BERLIN, Philosophy and Science of Literature

  Soloexhibitions (selected)
 
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1996
1995
1993
1992
1991

ONE STEP BEYOND, Museum für Kommunikation Frankfurt/M.
ONE STEP BEYOND, Kunsthalle Mainz

ONE STEP BEYOND, Bildmuseet Umeå University, Umeå
ONE STEP BEYOND, Goethe Institut, Kabul
ONE STEP BEYOND, Malmö Museer
ONE STEP BEYOND, Akademie Schloß Solitude, Stuttgart
ONE STEP BEYOND, UN-Secretary New York
ONE STEP BEYOND, Goethe-Institut New York
ONE STEP BEYOND, Galerie Karin Friebe, Mannheim
ONE STEP BEYOND, Badischer Kunstverein Karlsruhe
ONE STEP BEYOND, Haus Esters, Krefeld
ONE STEP BEYOND, Witte de With, center for contemporary art, Rotterdam
ONE STEP BEYOND/AFGHANISTAN, E_Werk Hallen für Kunst, Freiburg
ONE STEP BEYOND/AFGHANISTAN, Goethe Institut, Madrid
ONE STEP BEYOND/ANGOLA, Natalie Deligt, Frankfurt
BLIND DATE, Vortragsperformance, Wacker Kunst, Darmstadt
HABEN WOLLEN – EIN TRAUM/EIN ORT, Goethe-Institut, Budapest
HABEN WOLLEN – BILDERTAUSCHEN, ART Frankfurt, Liste 99 Basel
HABEN WOLLEN – ALLE FORMATE, L.A. Galerie, Frankfurt
NEUE ARBEITEN, Galerie K+S, Berlin
DIE WELT IST SCHÖN., Goethe Institut, Warschau
ERZÄHLEN SIE MIR DIE PERFEKTE LÜGE, Teil 1+2 Studio der Akademie Schloss Solitude,
Stuttgart
Galleria Dryphoto, Prato
DIE WELT IST SCHÖN. / DER BALL IST RUND., L.A. Galerie, Frankfurt
IDENTITÄT, L.A. Galerie, Frankfurt
PASSIONSBILDERr, L.A. Galerie, Frankfurt
PORTRÄTS UND FOTOGRAMME, L.A. Galerie, Frankfurt
Primavera Fotografica, Barcelona

  Groupexhibitions (selected)
 
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1994

1993
1992
1991
1990

III. Bukarest- Biennale, Bukarest

HETEROTOPIAS, 1. Biennale für zeitgenössische Kunst, Thessaloniki
DIE FREMDE LANDSCHAFT, Bilder gesellschaftlichen Wandels 1, Galerie der Schader Stiftung, Darmstadt
AFTER THE FACTS, 1st Berlin Photography Festival, Martin-Gropius-Bau, Berlin
KRITISCHE GESELLSCHAFTEN. Kunst, Kritik und die Versprechen des Kapitalismus:
„Quellen der Empörung“. Badischer Kunstverein Karlsruhe 18. April – 18. Mai
LAUTLOSE GEGENWART. Das Stilleben in der zeitgenössischen Photographie,
Kunstverein Bielefeld
Solitude in Budapest, Palast der Kunst, Budapest
HABEN WOLLEN – ACHT LIEGEN Einunddreißig Bildbeschreibungen, 8. Internationale Performancekonferenz, Frankfurt
LAUTLOSE GEGENWART. Das Stilleben in der zeitgenössischen Photographie, Staatliche Kunsthalle Baden-Baden
Club Solitude”, Café-Bar-Kunst-Projekt zu den Ferienkursen für Neue Musik, Darmstadt
TU M’AS TOUCHÉ, Beitrag zum Künstlerpleinair in Mirabel
IN DER NÄHE DER STADT – NEXT TO THE CITY, Akademie Schloss Solitude
AUF DEM PLUTO IST ES NOCH KÄLTER ALS VERMUTET. Über Leben in der Peripherie, Ausstellungsprojekt von Wacker Kunst in Zusammenarbeit mit dem Frankfurter Kunstmagazin ROGUE
PROSPEKT 96, Frankfurt (P. Weiermair)
FALL OUT, Wacker Kunst, Darmstadt (Organisator und Kurator)
IMMER ESSEN, mit Graham Fagen im Rahmen von “Fall Out”
Notell Hotel, Glasgow
Vortrag YUPF (Young Urban Photographers Festival), Bielefeld
VERWEILE DOCH, DU BIST SO SCHÖN, Villa Streccius, Landau
JUNGE KUNST BEI UNS, Mathildenhöhe Darmstadt
Saar Ferngas Förderpreis Junge Kunst 1994, Kaiserslautern
POSITIONEN ZUM ICH, Kunsthalle zu Kiel
WINTERREISE, Fotografisches Museum Finnland, Helsinki
FOREGROUNDS AND DISTANCES (P. Weiermair), Rom
Preis für Europäische Fotografen der Deutschen Leasing AG
Preis für Junge Europäische Fotografen der Deutschen Leasing AG

  Bibliography (selected)
 

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1996

1994
1993
1991

ONE STEP BEYOND – 46 PORTRAITS, Goethe Institut Kabul
DIE FREMDE LANDSCHAFT, Bilder gesellschaftlichen Wandels 1, Galerie der Schader Stiftung, Darmstadt
ONE STEP BEYOND – WIEDERBEGEGNUNG MIT DER MINE/The Mine Revisited
Publication Cantz Ostfildern, Hrsg. Catherine David, Witte de With center for
contemporary art, Rotterdam, Deutsch/Englisch, 2005. ca. 288 Seiten, ca. 252 Abb.,
davon ca. 92 farbig, 17,00 x 23,00 cm, Broschur, Erscheinungstermin: September 2005
€ 29,80, SFR 49,00, ISBN  3-7757-1604-1
SZ, 24.02.2005, “Die obszöne Schönheit der Todeszone” von Arno Orzessek
VACARME, Paris, Nr. 30, Winter 2005, „Un crime sans adresse“, Bertrand Ogilvie, S. 22-24
JUNI KunstZeitschrift #3, ZWISCHEN FREIHEIT UND VERANTWORTUNG, Interview Jessica Beebone
art kaleidoscope, Kunstmagazin für Frankfurt und Rhein-Main, Heft 1, Januar-April 2004, „Bildportrait“ vorgestellt von Klaus D. Pohl, S. 6-9
ONE STEP BEYOND – WIEDERBEGEGNUNG MIT DER MINE/AFGHANISTAN, E_Werk Hallen für Kunst, Freiburg (catalogue)
Plan 14, Die Zeitschrift für Freiburg und die region, Ausgabe 18, Oktober-November 2003, „Die Präsenz der Mine“ von Max Jung, S. 36-37
regioartline, Kunstmagazin (www.regioartline.de), 4.11.2003, „One step beyond“ von Jürgen Reuß
Badische Zeitung, 12.11.2003, „Der Schritt zu weit“ von Eva Schumann-Bacia
LAUTLOSE GEGENWART. Das Stilleben in er zeitgenössischen Photographie”, Kunsthalle Baden-Baden (catalogue)
IN DER NÄHE DER STADT – NEXT TO THE CITY (catalogue)
Magazine „ROGUE”, Juni/Juli 97
PROSPECT 96, Kunstverein Frankfurt (catalogue)
FALL OUT, (catalogue)
Magazine Artist 28/1996
POSITIONEN ZUM ICH, Kunsthalle zu Kiel(catalogue)
EUROPEAN PHOTOGRAPHY(catalogue)

Scholarships / Awards (selected)

2007


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2002 – 05
2000
1997
1995
1994 

Deutscher Fotobuchpreis 2006/2007
Nominiert für „Deutsche Börse Photography-Prize“

Karl-Hofer-Price of the University of Art Berlin
ONE STEP BEYOND – WIEDERBEGEGNUNG MIT DER MINE/The Mine Revisited is supported by: Kunststiftung NRW, Kulturstiftung des Bundes, Mondriaan Foundation, Goethe Institute Madrid and New York City.
Travel grant of the Hessian Foundation for Culture
Artist in Residence at the Academy Schloß Solitude (Juror Jeff Wall)
Stipend of the German Kunstfonds
Working grant of the Hessian Ministery for Art and Design

 
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